Forschungsdokumentation 2006 (Rektorenkonferenz der kirchlichen Fachhochschulen in Deutschland)

Projekte

Projekte im Rahmen der Forschungsdokumentation 2006

Details des Projektes auf einen Blick

Projekt
HochschuleEvangelische Hochschule für Soziale Arbeit (FH) (12)
StandortDresden
Institut/Fachbereichapfe
1) TitelAlphabetisierung funktionaler Analphabeten in Sachsen
2) Mitarbeiter
Prof. Dr. Harald Wagner (Leitung)
Prof. Ullrich Gintzel; Dr.Peter Jensen; Katrin Hannich;
Jörg Eulenberger; Johanna Schneider, Doreen Stange
3a) Auftraggeber
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
3b) Partner
Bundesagentur für Arbeit, Sozialamt, Vereine, Gemeinden
4a) Zielsetzung
(1) Forschungsstand aufnehmen, bestehende Strukturen im
Freistaat analysieren

(2) Quantitative und qualitative Identifizierung der Gruppe
funktionaler Analphabeten in Sachsen

(3) Erarbeitung und Überprüfung von Methoden zur Erkennung
und Ansprache der Zielgruppe

(4) Erarbeitung von Konzepten zur Vermittlung von
funktionalen Analphabeten in auf sie zugeschnittene
Alphabetisierungsangebote

(5) Entwicklung einer Struktur zur Ansprache, Beratung und
Vermittlung funktionaler Analphabeten in
Alphabetisierungsmaßnahmen

4b) Vorgehen
Literaturanalyse, Recherchen, Experteninterviews,
Befragungen, Netzwerkanalysen
4c) Inhalte
Die Personengruppe funktionaler Analphabeten in Sachsen ist
sowohl in ihrer Größe als auch in Bezug auf ihre
Zusammensetzung und die sie bestimmenden Lebenslagen
unerforscht. Schätzungen, nach denen sich in Deutschland
unter den 80 Millionen Einwohnern etwa vier Millionen
(sekundäre und/oder funktionale) Analphabeten befinden, sind
bislang nicht empirisch bestätigt und sehen von den
spezifischen Bildungsstrukturen in den einzelnen
Bundesländern und den mit ihnen verbundenen
Bildungsbiographien ab. Das Staatsministerium für Kultus hat
deshalb ein Projekt mit dem Ziel in Auftrag gegeben, diese
Personengruppe quantitativ und qualitativ zu identifizieren,
ein Konzept zu formulieren, um sie in
Alphabetisierungsangebote zu vermitteln sowie eine dafür
angemessene Struktur zu entwickeln.

Das Projekt, das sich über den Zeitraum von zwei Jahren
erstreckt, verbindet sieben zeitliche Phasen mit drei
sachlichen Projektdimensionen (ab sofort: PD). Diese
Dimensionen sind: (1) Empirische Sozialforschung, (2)
Konzeptentwicklung und (3) Praxiskoordination und
–begleitung.

In den Projektphasen eins bis drei, die sich über den
Zeitraum von zwölf Monaten erstrecken, geht es in der
Projektdimension 1 um die Erhebung und Überprüfung des
Forschungsstandes sowie die quantitative und qualitative
Erforschung der Zielgruppe. In der Projektdimension 2 werden
vorhandene Konzepte erhoben und überprüft sowie Inhalte des
eigenen Konzeptes entwickelt. In Bezug auf die
Projektdimension 3 werden Kontakte zu Einrichtungen und
Multiplikatoren geknüpft, Erfahrungen mit Arbeitspartnern
ausgetauscht und eine Strukturanalyse der bisherigen
Alphabetisierungsarbeit vorgenommen.

Für die Projektphasen vier und fünf wird der Zeitrahmen von
neun Monaten zur Verfügung stehen. Sie bilden die Kernphasen
des Projektes. In der Projektdimension 1 wird die
„Dunkelgruppe“ mit einer biografisch-qualitativen Befragung
erschlossen. Eine flächendeckende Erhebung an ausgewählten
Orten erlaubt darüber hinaus auch Aussagen über die
quantitative Häufung. In der Projektdimension 2 wird die
Konzeptentwicklung fortgeführt und in Bezug auf die
spezifischen Gruppen und deren Bedingungen hin
ausdifferenziert. Die innerhalb der empirischen Erhebung
gewonnenen Erkenntnisse finden hierbei Berücksichtigung.
Darüber hinaus werden Bildungsanbieter und
MultiplikatorInnen innerhalb der Projektdimension 3 in die
biografisch-qualitative Erhebung, die auch Aspekte einer
„aktivierenden Befragung“ hat, einbezogen.

Mit den auf drei Monate angelegten Projektphasen sechs und
sieben wird das Projekt schließlich abgeschlossen. In der
Projektdimension 2 werden jetzt die Konzepte so
spezifiziert, dass sie detailliert zur quantitativen und
regionalen Bedarfsbestimmung eingesetzt werden können. Dazu
wird das empirische Datenmaterial in Vergleichsverfahren
verallgemeinert und über einen Kriterienkatalog die
einzelnen Lokalitäten in ihrem Potential eingeschätzt.
Darüber hinaus wird das Konzept auch für die
sozial-kulturelle Erschließung und Ansprache der Zielgruppe
spezifiziert. Eine dem entsprechende Struktur von Angeboten
wird vorgeschlagen sowie didaktische Variationen aufgezeigt.
In Kooperation mit dem SMK und den Anbietern sollen in der
Projektdimension 3 Pilotprojekte vorbereitet und
durchgeführt werden, die von einer Projektevaluation
kritisch begleitet werden.

4d) Laufzeit von1. Dezember 2004
bis30. November 2006
4e) Beitrag 
4f) Dokumentation
Zwischenberichte nach den Projektphasen 1-3 und 4-5;
Abschlussdokumentation; Publikation der Projektergebnisse im
Rahmen eines Workshops

5a) Volumen 
5b) Finanzierung 
6) Schlagworte
Analphabetismus
Funktionale Analphabeten
Alphabetisierung
Netzwerk
Bildung

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